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Trends

Elektroauto-Occasion Markt 2026: Einkaufs- und Verkaufsstrategien für Händler

E-Autos dominieren den Neuwagenmarkt – aber was bedeutet das für den Occasionshandel? Batteriecheck, Restwert-Kalkulation, Kundenängste und konkrete Strategien für profitable E-Auto-Deals in der Schweiz.

DealerOS Team
5. April 202615 Min. Lesezeit

Letzte Woche kam ein Tesla Model 3 (Baujahr 2021, 68'000 km) in Zahlung. Ein Händler-Kollege aus Aarau meinte: "Nimm den nicht – E-Autos sind ein Risiko." Ein anderer aus Winterthur sagte: "Bist du verrückt? E-Autos gehen weg wie warme Weggli!"

Beide haben irgendwie recht – und beide liegen falsch.

Der E-Auto-Occasionsmarkt ist 2026 kein Nischenthema mehr. Laut auto-schweiz wurden 2025 bereits 23,4% aller Neuwagen als Elektro zugelassen. Diese Fahrzeuge kommen JETZT als Occasionen auf den Markt – und zwar in rauen Mengen.

Wer als Händler versteht, wie E-Auto-Occasionen funktionieren (Batteriecheck, Restwert, Kundenängste), hat einen massiven Wettbewerbsvorteil. Wer blind drauflos handelt, verliert Geld.

Dieser Guide zeigt dir die Realität des E-Auto-Occasionsmarkts 2026 – mit konkreten Zahlen, Strategien und Beispielen aus der Praxis.

Die Marktsituation: Zahlen, die du kennen solltest

Angebot explodiert

2023: 4'200 E-Auto-Occasionen auf AutoScout24 (CH)

2024: 8'900 E-Auto-Occasionen

2026 (aktuell): 17'600 E-Auto-Occasionen

Das ist ein Anstieg von 318% in drei Jahren. Warum? Weil die ersten grossen Leasing-Wellen (2020-2022) jetzt zurückkommen.

Wichtige Marken (Anteil am Occasion-Markt):

  • Tesla Model 3 / Model Y: 31%
  • VW ID.3 / ID.4: 18%
  • Renault Zoe: 11%
  • Hyundai Kona Electric: 8%
  • BMW i3: 7%
  • Nissan Leaf: 6%
  • Audi e-tron: 5%
  • Rest: 14%

Nachfrage wächst – aber langsamer

Laut einer Umfrage von Comparis (Januar 2026) können sich 41% der Schweizer "einen Occasion-Elektrowagen vorstellen". Das klingt gut, aber: 2023 waren es 39%. Der Anstieg ist minimal.

Problem: Das Angebot wächst schneller als die Nachfrage. Das drückt die Preise.

Preisentwicklung: Der Realitätscheck

Beispiel Tesla Model 3 Long Range (2021):

JahrDurchschnittspreis (CH)Veränderung
2023CHF 48'500-
2024CHF 42'900-11,5%
2025CHF 38'200-10,9%
2026 (Q1)CHF 35'800-6,3%

Gesamtverlust seit 2023: 26,2%

Zum Vergleich: Ein VW Golf GTI (2021) verlor im gleichen Zeitraum etwa 18,5%.

Warum fallen E-Auto-Preise stärker?

  1. Tesla und andere senken Neuwagenpreise massiv (macht Occasionen unattraktiver)
  2. Reichweitenangst bleibt ein Thema
  3. Unsicherheit über Batteriezustand
  4. Technologie-Sprünge (neue Modelle machen alte weniger attraktiv)

Einkauf: Worauf du achten musst

1. Batteriezustand: Das Herzstück

Die Batterie ist das teuerste Bauteil (Ersatz kostet CHF 8'000 bis CHF 25'000 je nach Modell). Du MUSST den Zustand kennen.

SoH (State of Health): Die wichtigste Kennzahl

SoH gibt an, wie viel Kapazität die Batterie noch hat.

  • 100%: Batterie wie neu (praktisch nie bei Occasionen)
  • 95-100%: Sehr gut
  • 90-95%: Gut
  • 85-90%: Akzeptabel (aber Abschlag im Preis)
  • 80-85%: Grenzwertig (nur mit deutlichem Rabatt)
  • <80%: Kritisch (Garantiefall bei vielen Herstellern)

Wie prüfen?

Option 1: Markenwerkstatt

Tesla, VW, BMW, Audi haben Diagnose-Tools. Kostet ca. CHF 150-250, liefert genauen SoH-Wert.

Option 2: OBD-Adapter + App

Tools wie "Scan My Tesla" oder "LeafSpy" (für Nissan Leaf) zeigen SoH an. Kostet ca. CHF 50-100 für Adapter, App gratis.

Option 3: Reichweiten-Test

Low-Tech-Variante: Volladen, 100 km Autobahn fahren, schauen wie viel Prozent verbraucht wurde. Nicht präzise, aber besser als nichts.

Profi-Tipp: Lass IMMER einen SoH-Check machen, bevor du ein E-Auto einkaufst. Ein Kollege aus Bern hat mal einen Renault Zoe für CHF 14'500 eingekauft – SoH war bei 78%. Verkauft hat er ihn erst nach 8 Monaten für CHF 11'200. Verlust: CHF 3'300.

2. Garantie & Kulanz prüfen

Die meisten Hersteller geben 8 Jahre oder 160'000 km Batteriegarantie (bei SoH unter 70-80%).

Übertragbar? Bei den meisten Marken JA (Tesla, VW, BMW, Hyundai). Aber: Prüfe das im Kaufvertrag.

Wichtig: Wenn das Fahrzeug z.B. 6 Jahre alt ist, bleiben nur noch 2 Jahre Garantie. Das muss sich im Preis widerspiegeln.

3. Software-Stand & Recalls

E-Autos bekommen regelmässig Software-Updates. Manche beheben Sicherheitsprobleme, manche verbessern Reichweite.

Checkliste:

  • [ ] Alle Rückrufaktionen durchgeführt? (prüfbar via VIN)
  • [ ] Neueste Software installiert?
  • [ ] Bei Tesla: "Full Self-Driving" Abo übertragbar? (meist nicht – Kunde muss neu zahlen)

4. Ladegeschichte analysieren

Schnellladungen (DC) belasten die Batterie mehr als langsame Ladungen (AC). Bei manchen Marken (Tesla, Audi) kannst du die Ladehistorie auslesen.

Faustregel: Wenn ein Fahrzeug überwiegend Schnellladungen hatte (>70% DC), Vorsicht. Die Batterie altert schneller.

Beispiel:

Zwei Tesla Model 3, beide 2021, beide 65'000 km.

  • Auto A: 80% AC-Ladung, SoH 93%
  • Auto B: 75% DC-Ladung, SoH 88%

Auto A ist mehr wert – auch wenn der km-Stand identisch ist.

5. Winterreifen & Sommerreifen

E-Autos sind schwerer als Verbrenner (Batterie wiegt 300-600 kg). Das bedeutet: Reifen verschleissen schneller.

Check: Sind noch 2 Sätze Reifen vorhanden? Profil okay?

Kosten: Ein Satz Reifen für einen Tesla Model 3 kostet ca. CHF 800-1'200. Wenn du die nachkaufen musst, kalkuliere das ein.

Restwert-Kalkulation: Die knifflige Kunst

E-Autos folgen NICHT den klassischen Restwert-Kurven von Verbrennern.

Klassischer Verbrenner (z.B. VW Golf):

  • Jahr 1: -20%
  • Jahr 2: -12%
  • Jahr 3: -10%
  • Jahr 4: -8%
  • Jahr 5: -7%

E-Auto (z.B. Tesla Model 3):

  • Jahr 1: -25%
  • Jahr 2: -18%
  • Jahr 3: -15%
  • Jahr 4: -10% (Stabilisierung)
  • Jahr 5: -8%

Warum der steilere Abfall?

  1. Neuwagenpreise sinken (Tesla hat Model 3 zwischen 2023-2025 mehrfach günstiger gemacht)
  2. Batterieangst bleibt
  3. Technologie entwickelt sich schnell (neue Modelle machen alte weniger attraktiv)

Aber: Ab etwa 4-5 Jahren stabilisiert sich der Wertverlust. Ein Model 3 von 2019 verliert heute nicht mehr viel – weil die Käufer, die ein 5+ Jahre altes E-Auto kaufen, schon "committed" sind und Batterieverschleiss einkalkulieren.

Tools für Restwert-Schätzung

1. Eurotax (Schweiz Standard)

Deckt mittlerweile die meisten E-Autos ab. Aber: Daten basieren auf Vergangenheit, nicht auf aktuellen Trends.

2. AutoScout24 Marktpreisanalyse

Zeigt, was ähnliche Fahrzeuge aktuell kosten. Realistischer, weil Echtzeit-Daten.

3. Tesla-Spezial: Eigene Occasion-Plattform

Tesla verkauft selbst Occasionen (tesla.com/inventory). Die Preise dort sind ein guter Benchmark – aber meist 10-15% über privatem Marktwert (weil Tesla 2 Jahre Garantie gibt).

Profi-Tipp: Schau, was Tesla für ein vergleichbares Auto verlangt. Zieh 12% ab. Das ist etwa dein Ziel-Verkaufspreis.

Verkauf: Kundenängste verstehen und entkräften

E-Autos verkaufen sich nicht von selbst. Du musst aktiv Ängste adressieren.

Angst 1: "Die Batterie ist bald kaputt"

Kundenaussage: "Das Auto ist 5 Jahre alt – hält die Batterie noch lange?"

Deine Antwort:

"Gute Frage. Wir haben den Batteriezustand professionell prüfen lassen. Der SoH liegt bei 91% – das heisst, die Batterie hat noch 91% ihrer ursprünglichen Kapazität. Hersteller-Garantie gilt noch bis 2028 (bei unter 70% SoH). Praktisch bedeutet das: Statt 400 km Reichweite (neu) hast du heute noch 364 km. Das ist völlig im Rahmen."

Beweise zeigen: Zeig den Batterie-Report (von Werkstatt oder App). Das schafft Vertrauen.

Angst 2: "Ich finde keine Ladestation"

Kundenaussage: "Was, wenn ich unterwegs keine Ladestation finde?"

Deine Antwort:

"In der Schweiz gibt's mittlerweile über 7'200 öffentliche Ladestationen (Stand 2026, Quelle: SWISS EMOBILITY). Plus: Die meisten Leute laden zuhause oder bei der Arbeit. Für Langstrecken: Supercharger-Netz (bei Tesla) oder IONITY (für andere Marken) deckt alle Hauptrouten ab."

Profi-Tipp: Zeig dem Kunden eine Lade-App (z.B. "ChargeMap" oder "EVITE") mit der Dichte der Stationen in seiner Region. Visuell überzeugt das.

Angst 3: "Strom ist teuer – kostet mich das mehr als Benzin?"

Kundenaussage: "Lohnt sich das finanziell?"

Deine Antwort (mit Rechnung):

"Schau, rechnen wir mal:

  • Benziner (z.B. Golf): 6 Liter/100 km × CHF 1.85/Liter = CHF 11.10/100 km
  • E-Auto (z.B. ID.3): 18 kWh/100 km × CHF 0.25/kWh (Haushaltsstrom) = CHF 4.50/100 km

Bei 15'000 km/Jahr sparst du CHF 990/Jahr. Plus: Wartung bei E-Autos ist günstiger (kein Ölwechsel, weniger Verschleissteile)."

Wichtig: Nutz realistische Strompreise (nicht Schnellladen am Highway, sondern Zuhause-Tarif).

Angst 4: "Reichweite reicht nicht"

Kundenaussage: "300 km Reichweite – das ist zu wenig."

Deine Antwort:

"Verstehe. Wie weit fährst du im Durchschnitt pro Tag?" (Meist Antwort: 30-50 km)

"Genau. Der Durchschnitts-Schweizer fährt 36 km/Tag. Mit 300 km Reichweite kommst du locker eine Woche ohne Laden aus. Und wenn du mal länger fährst – Schnelladen dauert 20-30 Minuten für 80%. Das ist eine Kaffeepause."

Profi-Tipp: Biete Probefahrt mit Reichweiten-Test an. Viele Kunden sind überrascht, wie weit sie tatsächlich kommen.

Angst 5: "Was, wenn ich es wieder verkaufen will?"

Kundenaussage: "E-Autos verlieren viel Wert – stimmt das?"

Deine Antwort:

"Die ersten 3 Jahre verlieren E-Autos tatsächlich etwas mehr Wert als Verbrenner. ABER: Ab etwa Jahr 4-5 stabilisiert sich das. Plus: Die Nachfrage nach Occasion-E-Autos steigt jedes Jahr – wir verkaufen aktuell E-Autos schneller als Verbrenner."

Beleg: Zeig deine eigenen Zahlen. "Dieses Model 3 steht seit 12 Tagen online – das ist schneller als unser Durchschnitt (28 Tage)."

Pricing-Strategie: Der Sweet Spot

E-Autos preisen ist tricky. Zu teuer = bleibt stehen. Zu günstig = Geld verschenkt.

Benchmark-Methode

Schritt 1: Finde 5 vergleichbare Fahrzeuge auf AutoScout24 (gleiche Marke, Modell, Jahrgang, ±10'000 km).

Schritt 2: Sortiere nach Preis:

  • Auto 1: CHF 33'900
  • Auto 2: CHF 35'500
  • Auto 3: CHF 36'200
  • Auto 4: CHF 37'800
  • Auto 5: CHF 39'500

Schritt 3: Durchschnitt der mittleren 3: (CHF 35'500 + CHF 36'200 + CHF 37'800) ÷ 3 = CHF 36'500

Schritt 4: Anpassung basierend auf Batterie-SoH:

  • SoH >92%: +3%
  • SoH 88-92%: +0%
  • SoH 84-88%: -4%
  • SoH 80-84%: -8%

Beispiel: Dein Auto hat SoH 89% → Preis: CHF 36'500 (kein Auf- oder Abschlag)

Premium-Strategie (für Top-Zustand)

Wenn dein E-Auto wirklich herausragend ist (SoH >93%, frische MFK, Vollausstattung, 1. Hand, Service-Historie lückenlos), kannst du 5-8% über Markt liegen.

Aber: Du musst das rechtfertigen. Schreib im Inserat:

"SoH 94% (professionell gemessen bei Tesla Zürich, Report liegt vor), alle Services dokumentiert, Erstbesitzer war Privatperson, nie geraucht, neue Sommerreifen (Michelin, März 2026)."

Schnell-Verkauf-Strategie

Wenn du schnell Liquidität brauchst: 8-12% unter Markt.

Beispiel: Markt sagt CHF 36'500 → Du verkaufst für CHF 33'500.

Das klingt nach viel Verlust, aber rechne:

  • Standzeit 40 Tage statt 15 Tage = 25 Tage Ersparnis
  • 25 Tage × CHF 30/Tag Kosten (Zinsen, Platz, etc.) = CHF 750
  • Opportunity-Kosten: CHF 36'500 könntest du in ein anderes Fahrzeug investieren, das schneller geht

Effektiver Verlust: CHF 2'250 statt CHF 3'000.

Welche E-Autos lohnen sich 2026?

Nicht alle E-Autos sind gleich. Hier meine Erfahrungswerte:

Top-Seller (gehen schnell weg)

1. Tesla Model 3 / Model Y

  • Vorteil: Supercharger-Netz, hohe Reichweite, Software-Updates
  • Nachteil: Preisverfall war stark (stabilisiert sich jetzt)
  • Zielgruppe: Tech-affine Kunden, 30-50 Jahre
  • Durchschnittliche Standzeit: 18 Tage

2. VW ID.3 / ID.4

  • Vorteil: VW-Vertrauen, solide Verarbeitung, gute Garantie
  • Nachteil: Software-Probleme (bis 2024), mittelmässige Reichweite (ID.3)
  • Zielgruppe: Familien, konservative Käufer
  • Durchschnittliche Standzeit: 24 Tage

3. Hyundai Kona Electric

  • Vorteil: Preis-Leistung, 5 Jahre Garantie (übertragbar)
  • Nachteil: Kleineres Modell, weniger Premium
  • Zielgruppe: Budget-bewusste Käufer, Zweitwagen
  • Durchschnittliche Standzeit: 21 Tage

Mittelfeld (okay, aber nicht Top)

4. Renault Zoe

  • Vorteil: Günstig, gut für Stadtverkehr
  • Nachteil: Batterie-Miete bei älteren Modellen (!) – prüf das VOR Einkauf
  • Zielgruppe: Stadt-Pendler, kleine Budgets
  • Durchschnittliche Standzeit: 35 Tage

5. BMW i3

  • Vorteil: Kult-Status, wendig, gut in Stadt
  • Nachteil: Kurze Reichweite (150-200 km), extrem spezielle Optik
  • Zielgruppe: Nische (Design-Fans, Stadtmenschen)
  • Durchschnittliche Standzeit: 42 Tage

Vorsicht-Kategorie (schwer verkäuflich)

6. Nissan Leaf (1. Generation)

  • Problem: CHAdeMO-Ladestandard (stirbt aus), kein Batterie-Thermomanagement (Batterie altert schnell)
  • Nur wenn: Preis deutlich unter Markt, Batterie-SoH >85%
  • Durchschnittliche Standzeit: 58 Tage

7. Audi e-tron (50/55)

  • Problem: Sehr hoher Neupreis (→ starker Wertverlust), hoher Stromverbrauch
  • Nur wenn: Du hast Premium-Kundschaft, die Audis gewohnt ist
  • Durchschnittliche Standzeit: 48 Tage

Marketing: E-Autos richtig präsentieren

Inserat-Checkliste für E-Autos

Zusätzlich zu normalen Angaben brauchst du:

  • [ ] Batteriekapazität (z.B. "75 kWh Batterie")
  • [ ] SoH-Angabe (z.B. "SoH 91%, professionell gemessen")
  • [ ] Reichweite (realistisch, nicht WLTP) (z.B. "ca. 350 km Realreichweite")
  • [ ] Ladegeschwindigkeit (z.B. "DC-Schnellladen bis 150 kW")
  • [ ] Ladekabel inklusive? (Typ 2 für AC, CCS für DC)
  • [ ] Garantie-Status (z.B. "Batteriegarantie bis 2029")
  • [ ] Ladehistorie (wenn möglich) (z.B. "überwiegend AC-Ladung")

Foto-Tipps spezifisch für E-Autos

Must-Have-Fotos:

  1. Ladeanschluss (zeigt, welcher Typ)
  2. Cockpit mit Reichweiten-Anzeige (100% Ladung)
  3. Ladekabel (wenn vorhanden)
  4. Batterie-Status-Screen (SoH sichtbar, falls möglich)

Profi-Tipp: Mach ein Foto vom Auto beim Laden an einer bekannten Station (z.B. Supercharger, IONITY). Das signalisiert: "Das funktioniert, das ist real."

Beschreibungstext: Die wichtigen Keywords

Google/AutoScout24 SEO für E-Autos funktioniert anders. Nutze diese Keywords:

  • "Elektroauto" / "E-Auto" (nicht nur "Tesla")
  • "SoH XY%" (Leute suchen aktiv danach)
  • "Batteriegarantie bis JAHR"
  • "Reichweite XY km"
  • "Schnellladen"
  • "Ladeinfrastruktur" / "Supercharger"

Beispiel-Einleitung:

"Dieser Tesla Model 3 Long Range (2021) bietet 380 km Realreichweite, SoH 92% (professionell gemessen), Schnellladen bis 250 kW und Batteriegarantie bis 2029. Perfekt für Pendler und Langstrecken."

Finanzierung & Leasing bei E-Autos

Interessante Entwicklung: E-Autos werden häufiger geleast/finanziert als Verbrenner.

Statistik: 68% aller Occasion-E-Autos werden finanziert oder geleast (vs. 58% bei Verbrennern).

Warum?

  • E-Autos sind oft teurer → höherer Finanzierungsbedarf
  • Leasing-Rückläufer sind häufig → Kunden sind Leasing gewohnt

Deine Strategie:

Biete aktiv Leasing/Kredit an. E-Auto-Käufer sind dafür empfänglicher.

Beispiel-Pitch:

"Dieser ID.4 kostet CHF 35'900 bar – oder CHF 480/Monat über 48 Monate Leasing. Bei CHF 100-120/Monat Benzin-Ersparnis zahlst du effektiv nur CHF 360/Monat."

Die grössten Fehler beim E-Auto-Handel (und wie du sie vermeidest)

Fehler 1: Batterie nicht prüfen

Ein Händler aus St. Gallen kaufte einen Zoe für CHF 13'800 (Markt: CHF 15'500). "Gutes Geschäft", dachte er. SoH: 74%. Verkauft hat er ihn nach 6 Monaten für CHF 9'200.

Lesson: IMMER Batterie prüfen vor Einkauf.

Fehler 2: Zu optimistisch bewerten

"E-Autos sind die Zukunft, die Preise werden steigen!" Nein. Nicht in den nächsten 2-3 Jahren. Neuwagenpreise sinken → Occasion-Preise sinken.

Lesson: Konservativ kalkulieren.

Fehler 3: Schnellladekabel fehlt

Viele E-Autos kommen ohne DC-Schnellladekabel (nur AC Typ-2). Käufer erwarten beides.

Kosten Nachrüstung: CHF 300-600 je nach Marke.

Lesson: Klär VOR Einkauf, was dabei ist. Wenn Kabel fehlt, Preis entsprechend senken.

Fehler 4: Batterie-Miet-Modell übersehen

Ältere Renault Zoes (bis 2019) haben oft Batterie-MIETE statt Kauf. Das bedeutet: Käufer zahlt CHF 70-120/Monat an Renault, auch wenn er das Auto gekauft hat.

Problem: Viele Käufer wissen das nicht → Ärger nach Kauf.

Lesson: Bei Renault Zoe IMMER klären: Batterie gekauft oder gemietet? Wenn gemietet, deutlich im Inserat erwähnen und Preis senken.

Fehler 5: Reichweite übertreiben

"400 km Reichweite!" (WLTP-Wert). Real: 310 km (Winter). Kunde fährt Probe, merkt das, fühlt sich verarscht.

Lesson: Gib REALISTISCHE Reichweite an ("ca. 320 km Sommer, 270 km Winter").

Zukunftstrends: Was kommt auf uns zu?

Trend 1: Noch mehr Angebot

2027-2028 kommen die grossen Leasing-Wellen von 2023-2024 zurück. VW ID-Familie, Tesla Model Y, Skoda Enyaq, etc. Das Angebot wird nochmals deutlich steigen.

Strategie: Bereite dich auf sinkende Margen vor. Kompensiere durch Volumen.

Trend 2: Ältere E-Autos werden schwieriger

E-Autos ab 8-10 Jahren (z.B. Nissan Leaf von 2015, BMW i3 von 2016) werden zunehmend schwer verkäuflich. Batterie-Restkapazität niedrig, Technologie veraltet.

Strategie: Vorsicht bei E-Autos älter als 7 Jahre. Nur mit grossem Abschlag einkaufen.

Trend 3: Batterie-Austausch wird Thema

In 3-5 Jahren werden die ersten Masse-Batterien das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. Austausch kostet CHF 8'000-15'000.

Strategie: Fahrzeuge mit noch langer Garantie sind wertvoller. "Batteriegarantie bis 2029" wird ein Key-Selling-Point.

Trend 4: Chinesische E-Autos kommen

BYD, MG, Nio, Xpeng – alle drängen in die Schweiz. Neuwagenpreise teilweise 30% unter europäischer Konkurrenz.

Strategie: Das drückt Restwerte europäischer E-Autos weiter. Kalkuliere vorsichtig.

Fazit: E-Autos sind Opportunity UND Risiko

Der E-Auto-Occasionsmarkt 2026 ist kein "Nice-to-Have" mehr – er ist Realität. Als Händler kannst du es dir nicht leisten, E-Autos zu ignorieren.

Aber: Du musst es richtig machen.

Die goldenen Regeln:

  1. Batterie prüfen BEVOR du einkaufst (SoH ist alles)
  2. Konservativ bewerten (Preise fallen, nicht steigen)
  3. Kundenängste aktiv adressieren (Reichweite, Laden, Batterie)
  4. Finanzierung anbieten (E-Auto-Käufer leasen/finanzieren häufiger)
  5. Realistische Reichweite angeben (nicht WLTP-Fantasiewerte)
  6. Garantie-Status kommunizieren (schafft Sicherheit)

Händler, die E-Autos verstehen, haben 2026 einen Wettbewerbsvorteil. Die meisten kleinen Garagen meiden E-Autos noch immer – aus Angst oder Unwissen. Das ist DEINE Chance.

Ein Kollege aus Zürich hat mir letzte Woche erzählt: "Wir haben im März 8 E-Autos verkauft. Durchschnittliche Marge: CHF 2'400. Das ist mehr als bei Verbrennern (Durchschnitt CHF 1'850). Warum? Weil wir als einer der wenigen in der Region E-Autos mit Batterie-Check anbieten."

Also: Bist du bereit für den E-Auto-Markt?


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