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Fahrzeugfotos die verkaufen: 10 Tipps für Autohändler

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – und im Online-Autohandel entscheidet es über Klick oder Scroll. So machen Sie Fahrzeugfotos, die Käufer anziehen.

Dealer OS Team
25. Februar 20267 Min. Lesezeit

Der erste Eindruck zählt – und er ist digital

Scrollen Sie einmal durch AutoScout24. Bei welchen Inseraten bleiben Sie hängen? Genau: Bei denen mit professionellen, ansprechenden Fotos. Bei dunklen, unscharfen Handy-Schnappschüssen scrollt man weiter.

Die Realität in Zahlen:

  • Inserate mit 15+ Fotos erhalten 3x mehr Anfragen als solche mit unter 5 Fotos
  • Professionelle Bilder verkürzen die Standzeit um durchschnittlich 12 Tage
  • 90% der Käufer entscheiden anhand der Fotos, ob sie überhaupt die Beschreibung lesen

Sie können das beste Auto zum besten Preis haben – wenn die Fotos schlecht sind, sieht es niemand.

Die 10 goldenen Regeln für Verkaufsfotos

1. Sauberkeit ist nicht verhandelbar

Klingt banal, wird trotzdem ignoriert: Jedes Fahrzeug muss vor dem Fotoshooting gereinigt werden. Aussen UND innen.

Checkliste vor dem Shooting:

  • Aussenwäsche (inklusive Felgen!)
  • Fenster streifenfrei reinigen
  • Innenraum saugen und wischen
  • Armaturenbrett und Kunststoffteile auffrischen
  • Geruch neutralisieren
  • Persönliche Gegenstände entfernen (Parkscheiben, Ladekabel, etc.)

Zeitaufwand: 20-30 Minuten. Wirkung: Unbezahlbar.

2. Licht ist alles

Die beste Kamera nützt nichts bei schlechtem Licht. Die Profis wissen: Das perfekte Licht gibt es gratis – man muss nur den richtigen Moment wählen.

Die besten Lichtverhältnisse:

  • Bewölkter Himmel: Weiches, gleichmässiges Licht, keine harten Schatten
  • Früher Morgen / später Nachmittag: Warmes Licht, schöne Stimmung
  • Schatten: Besser als direkte Sonne mit Reflexionen

Vermeiden Sie:

  • Mittagssonne (harte Schatten, Überbelichtung)
  • Regen (Tropfen auf der Karosserie)
  • Gegenlicht (dunkles Auto, heller Hintergrund)

3. Der Hintergrund macht den Unterschied

Ihr 45'000-Franken-SUV vor der Müllcontainer-Ecke? Keine gute Idee.

Ideale Hintergründe:

  • Neutrale Wand oder Fassade
  • Parkplatz ohne andere Autos (früh morgens!)
  • Natur (grün, aber nicht überladen)
  • Ihr Firmengelände (wenn repräsentativ)

Vermeiden Sie:

  • Andere Autos im Bild
  • Ablenkende Schilder oder Werbung
  • Unordnung, Müll, Baustellen
  • Ihren privaten Vorgarten (wirkt unprofessionell)

4. Die richtigen Winkel

Es gibt Standard-Ansichten, die Käufer erwarten. Halten Sie sich daran:

Die Pflicht-Perspektiven (Minimum!):

  1. Front-Schrägansicht (45° von vorne-links oder vorne-rechts) – DAS Hauptbild
  2. Heck-Schrägansicht (45° von hinten)
  3. Seitenansicht (komplett von der Seite)
  4. Frontansicht (gerade von vorne)
  5. Heckansicht (gerade von hinten)

Innenraum:

  1. Cockpit (vom Beifahrersitz aus)
  2. Rücksitzbank (von der offenen Tür aus)
  3. Kofferraum (geöffnet)
  4. Tacho/Kilometerstand (wichtig!)
  5. Infotainment-System

Details nach Bedarf:

  • Motor (wenn sehenswert)
  • Felgen (wenn Alu/besonders)
  • Spezialausstattung (Panoramadach, Leder, etc.)
  • Typenschild (für Verifizierung)

5. Die richtige Höhe

Fotografieren Sie auf Höhe der Fahrzeugmitte – ungefähr auf Höhe der Türgriffe. Das entspricht dem natürlichen Blickwinkel eines Menschen.

Zu tief: Das Auto wirkt unnatürlich massig

Zu hoch: Das Auto wirkt klein und unbedeutend

Goldene Mitte: Auf Kniehöhe oder leicht darunter

6. Smartphone oder Kamera?

Die gute Nachricht: Moderne Smartphones machen erstaunlich gute Fotos. Die schlechte: Sie müssen es richtig machen.

Smartphone-Tipps:

  • Kamera-Linse reinigen (Fingerabdrücke!)
  • Hauptkamera verwenden (nicht Selfie-Cam)
  • Querformat für Aussen, Hochformat für Details
  • HDR aktivieren (gleicht Helligkeitsunterschiede aus)
  • NICHT digital zoomen
  • Mit beiden Händen halten oder Stativ nutzen

Wenn Sie eine Kamera nutzen:

  • Blende f/5.6 bis f/8 für scharfe Gesamtbilder
  • ISO so niedrig wie möglich (100-400)
  • Brennweite 35-50mm (vermeidet Verzerrungen)

7. Konsistenz ist Trumpf

Ihr gesamter Fahrzeugbestand sollte einheitlich fotografiert werden. Das wirkt professionell und baut Vertrauen auf.

Einheitlich halten:

  • Gleicher Ort (oder gleichwertige Orte)
  • Gleiche Tageszeit/Lichtverhältnisse
  • Gleiche Reihenfolge der Bilder
  • Gleicher Stil bei der Bearbeitung

Der Profi-Tipp: Erstellen Sie einen "Foto-Leitfaden" für Ihr Team mit Beispielbildern.

8. Mängel zeigen – aber richtig

Überraschung: Transparenz verkauft! Kunden wissen, dass Occasionen nicht perfekt sind. Was sie hassen: Böse Überraschungen bei der Besichtigung.

So zeigen Sie Mängel professionell:

  • Kratzer, Dellen, Steinschläge dokumentieren
  • Bei natürlichem Licht fotografieren (zeigt die echte Grösse)
  • Im Beschreibungstext darauf hinweisen
  • Reparatur-Offerte als Option anbieten

Der Effekt: Weniger Zeitverschwendung mit Besichtigungen, die zu nichts führen. Mehr Vertrauen bei ernsthaften Käufern.

9. Nachbearbeitung – ja, aber dezent

Ein bisschen Bildbearbeitung ist erlaubt und sinnvoll. Übertreiben sollten Sie es nicht.

Erlaubt und sinnvoll:

  • Helligkeit und Kontrast leicht anpassen
  • Weissabgleich korrigieren
  • Horizont gerade richten
  • Seitenverhältnis anpassen

Tabu:

  • Mängel wegretuschieren
  • Farben verfälschen
  • Extreme Filter
  • HDR-Overkill (sieht künstlich aus)

Kostenlose Tools: Snapseed (Smartphone), GIMP (PC/Mac)

10. Die richtige Anzahl

Mehr ist mehr – aber nur bis zu einem gewissen Punkt.

Optimal: 15-25 Fotos pro Fahrzeug

  • Genug, um alles zu zeigen
  • Nicht so viele, dass der Käufer aufgibt

Minimum: 10 Fotos

  • Darunter fehlt etwas Wichtiges

Maximum: 30 Fotos

  • Darüber wird es unübersichtlich

Der optimale Workflow

Vor dem Shooting (5 Minuten)

  1. Wetter prüfen (bewölkt = ideal)
  2. Standort vorbereiten
  3. Fahrzeug final checken (Spiegel, Fenster zu, etc.)
  4. Kamera/Smartphone bereit

Während dem Shooting (10-15 Minuten)

  1. Aussenaufnahmen: alle Winkel systematisch durchgehen
  2. Türen öffnen: Innenraum-Fotos
  3. Details: Tacho, Spezialausstattung, Mängel
  4. Kontrolle: Fotos auf Schärfe und Belichtung prüfen

Nach dem Shooting (5-10 Minuten)

  1. Beste Bilder auswählen
  2. Leichte Bearbeitung wenn nötig
  3. Einheitlich benennen (Marke_Modell_01.jpg)
  4. In System hochladen

Total: 20-30 Minuten pro Fahrzeug

Häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden

Fehler 1: Das Hauptbild ist langweilig

Das erste Bild entscheidet über Klick oder Weiter-Scrollen. Eine langweilige Frontansicht? Verpasste Chance.

Besser: 45°-Winkel von vorne-links (oder rechts), bei dem das gesamte Fahrzeug attraktiv wirkt.

Fehler 2: Reflexionen ignorieren

Auf glänzendem Lack spiegelt sich alles: Sie, Ihre Garage, andere Autos.

Lösung: Position ändern, bis störende Reflexionen weg sind. Oder: Bewölkter Tag = weniger Reflexionen.

Fehler 3: Keine einheitliche Serie

Käufer vergleichen Fahrzeuge. Wenn Ihre Bilder jedes Mal anders aussehen, wirkt das chaotisch.

Lösung: Fester Prozess, fester Ort, feste Reihenfolge.

Fehler 4: Das wichtigste Bild fehlt

Bei jedem dritten Inserat fehlt ein Bild des Kilometerstands. Das schafft Misstrauen.

Lösung: Checkliste mit allen Pflichtbildern abarbeiten.

Lohnt sich ein professioneller Fotograf?

Bei Fahrzeugen über CHF 30'000: Überlegenswert. CHF 50-100 pro Shooting für wirklich professionelle Bilder können die Standzeit deutlich verkürzen.

Für den Alltag: Mit den Tipps oben schaffen Sie 90% der Qualität selbst.

Hybrid-Lösung: Für Premium-Fahrzeuge den Profi holen, Alltagsgeschäft selbst machen.

Fazit: Investieren Sie in Bilder, nicht in Hoffnung

Gute Fahrzeugfotos sind kein Luxus – sie sind die günstigste Verkaufsförderung, die Sie haben können. 30 Minuten Aufwand pro Fahrzeug, null Franken zusätzliche Kosten (Smartphone haben Sie), messbar mehr Anfragen.

Ihre Autos verdienen es, gut auszusehen. Und Ihre Kunden verdienen es, zu sehen, was sie kaufen.

Fangen Sie beim nächsten Fahrzeug an. Achten Sie auf Licht, Sauberkeit und die richtigen Winkel. Der Unterschied wird Sie überraschen.


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