Zwei Garagen in Zürich. Beide verkaufen VW Golf 8. Beide Jahrgang 2022, beide ca. 30'000 km.
Garage A: CHF 26'500
Garage B: CHF 29'900
Beide Autos stehen seit 3 Wochen auf AutoScout24.
Resultat nach 6 Wochen:
- Garage A: Auto verkauft. Marge: CHF 1'200. Standzeit: 42 Tage.
- Garage B: Auto verkauft. Marge: CHF 3'600. Standzeit: 48 Tage.
Was war der Unterschied?
Garage A hat nach Bauchgefühl gepreist. Garage B hatte eine Strategie.
Garage A dachte: "Ich muss günstig sein, damit's schnell geht."
Garage B dachte: "Ich positioniere mich 10% über Markt, weil mein Auto besser aufbereitet ist, ich Garantie gebe und meine Kunden das schätzen."
Resultat: CHF 2'400 Unterschied in der Marge. Pro Auto.
Bei 100 Autos im Jahr? Das sind CHF 240'000.
Die Preispolitik – also die grundsätzliche Strategie, wie du deine Preise festlegst – ist einer der wichtigsten Hebel im Autohandel. Und einer der am meisten unterschätzten.
In diesem Artikel zeige ich dir:
- Welche Preisstrategien es gibt (und welche für dich passt)
- Wie du Preise kalkulierst, die Marge und Umschlag optimieren
- Warum "günstig = schneller Verkauf" ein Mythos ist
- Wie du deine Preispolitik systematisch aufbaust
Lass uns anfangen.
Das Problem: Die meisten Händler haben keine Preispolitik
Was ist Preispolitik überhaupt?
Preispolitik ist nicht "Was kostet dieser Golf?". Das ist Preissetzung.
Preispolitik ist deine grundsätzliche Strategie:
- Positionierst du dich über, unter oder im Markt?
- Wie viel Marge willst du pro Fahrzeug?
- Wie flexibel bist du bei Verhandlungen?
- Welche Signale sendest du mit deinen Preisen?
Die meisten Händler haben keine bewusste Preispolitik. Sie preisen "nach Gefühl":
- Eurotax minus 10%
- "Was der Wettbewerb nimmt"
- "Was ich noch kriegen kann"
- "Was der Kunde zahlt"
Das Problem: Du reagierst immer, statt zu agieren. Du folgst dem Markt, statt ihn zu gestalten.
Die Folgen:
- Du verkaufst unter Wert (Marge leidet)
- Du preist zu hoch (Standzeit steigt)
- Du hast keine klare Positionierung
- Kunden verhandeln dich runter
- Du bist austauschbar (Preis = einziger Faktor)
Die Lösung: Eine bewusste, strategische Preispolitik.
Die 5 Preisstrategien im Autohandel
Es gibt nicht die "eine richtige" Preispolitik. Aber: Es gibt 5 grundlegende Strategien. Du musst wählen, welche zu dir passt.
Strategie 1: Discount-Strategie (Preis-Aggressiv)
Prinzip: Du bist immer günstiger als der Markt.
Positionierung: 5-15% unter Marktwert
Marge: Niedrig (CHF 800 - CHF 1'500 pro Auto)
Umschlag: Sehr hoch (15-25 Tage Standzeit)
Zielgruppe: Preisbewusste Käufer, Schnäppchenjäger
Beispiel: AMAG Occasion, grosse Volumen-Händler
Vorteile:
- Schneller Verkauf
- Wenig Verhandlung (Preis ist schon tief)
- Hoher Umschlag = weniger Kapitalbindung
- Attraktiv für Kunden
Nachteile:
- Dünne Margen
- Du brauchst hohes Volumen
- Preiskampf mit Konkurrenz
- Schwer, zusätzliche Services zu verkaufen (Garantie, etc.)
Wann passt das?
✅ Du hast Zugang zu günstigen Einkaufsquellen (Auktionen, Rückläufer)
✅ Du kannst hohe Stückzahlen verkaufen (50+ Autos/Monat)
✅ Deine Kosten sind niedrig (wenig Personal, einfacher Standort)
❌ Du bist ein kleiner Händler mit 5-10 Autos
❌ Du willst Premium-Image aufbauen
❌ Du hast teure Fixkosten (Showroom, etc.)
Strategie 2: Marktpreis-Strategie (Mittelfeld)
Prinzip: Du bewegst dich im Marktdurchschnitt.
Positionierung: ±5% um Marktwert
Marge: Mittel (CHF 1'500 - CHF 2'500 pro Auto)
Umschlag: Normal (25-40 Tage)
Zielgruppe: Durchschnittskäufer, "faire Preise"-Sucher
Beispiel: Die meisten unabhängigen Händler
Vorteile:
- Keine extremen Risiken
- Du bist weder zu teuer noch zu billig
- Verhandlungsspielraum vorhanden
- Solide Margen bei normalem Umschlag
Nachteile:
- Du bist austauschbar
- Viel Konkurrenz im Mittelfeld
- Keine klare Differenzierung
- Kunden vergleichen intensiv
Wann passt das?
✅ Du startest gerade und suchst deine Positionierung
✅ Du hast ein gemischtes Sortiment (Budget bis Premium)
✅ Du willst keine Extreme fahren
✅ Deine Kosten sind durchschnittlich
❌ Du willst dich klar differenzieren
❌ Du hast einzigartige USPs (Garantie, Service, etc.)
❌ Du verkaufst Nischenfahrzeuge
Strategie 3: Premium-Strategie (Wert-Orientiert)
Prinzip: Du bist teurer, aber bietest mehr Wert.
Positionierung: 10-20% über Marktwert
Marge: Hoch (CHF 2'500 - CHF 5'000 pro Auto)
Umschlag: Langsamer (40-60 Tage)
Zielgruppe: Qualitätskäufer, "lieber richtig als billig"-Typen
Beispiel: Emil Frey Prestige, Premium-Boutique-Händler
Vorteile:
- Hohe Margen
- Weniger Preisverhandlung (Wert steht im Vordergrund)
- Langfristige Kundenbeziehungen
- Du kannst zusätzliche Services verkaufen
Nachteile:
- Du brauchst einen klaren USP (Garantie, Aufbereitung, Service)
- Langsamer Umschlag = mehr Kapitalbindung
- Kleinere Zielgruppe
- Du musst liefern (Qualität, Service)
Wann passt das?
✅ Du hast echte USPs (z.B. 2 Jahre Garantie, Premium-Aufbereitung)
✅ Du verkaufst Premium-Marken (BMW, Mercedes, Audi)
✅ Du hast einen tollen Showroom und Service
✅ Deine Zielgruppe schätzt Qualität über Preis
❌ Du verkaufst Budget-Autos (Dacia, Skoda, etc.)
❌ Du hast keinen echten Mehrwert zu bieten
❌ Dein Markt ist extrem preissensitiv
Strategie 4: Dynamische Strategie (Zeit-Basiert)
Prinzip: Dein Preis ändert sich mit der Standzeit.
Positionierung: Start 15% über Markt → nach 30 Tagen Marktpreis → nach 60 Tagen -10%
Marge: Variable (CHF 1'000 - CHF 4'000)
Umschlag: Mixed (je nach Segment)
Zielgruppe: Alle
Beispiel: Moderne Online-Händler mit Software-Tools
Vorteile:
- Du holst maximale Marge bei schnellen Verkäufen
- Du vermeidest Langsteher (Preis fällt automatisch)
- Datenbasiert, nicht emotional
- Optimiert Marge UND Umschlag
Nachteile:
- Du brauchst Software (DealerOS, etc.)
- Komplexer zu managen
- Kann verwirrend für Kunden sein ("Letzte Woche war's teurer?")
Wann passt das?
✅ Du bist technologisch aufgestellt
✅ Du hast einen grossen Bestand (20+ Autos)
✅ Du verkaufst über Online-Plattformen (AutoScout24, etc.)
✅ Du willst Marge UND Umschlag optimieren
❌ Du bist ein kleiner Händler mit 3-5 Autos
❌ Du hast keine Software
❌ Deine Kunden kaufen hauptsächlich vor Ort (Walk-ins)
Strategie 5: Nischen-Strategie (Spezialisierung)
Prinzip: Du verkaufst spezielle Fahrzeuge und kannst deswegen Premium-Preise nehmen.
Positionierung: 20-50% über Marktwert (weil: Nische)
Marge: Sehr hoch (CHF 5'000 - CHF 15'000 pro Auto)
Umschlag: Langsam (60-120 Tage)
Zielgruppe: Enthusiasten, Sammler, Spezialisten
Beispiel: Oldtimer-Händler, Sportwagen-Boutiquen, US-Car-Importe
Vorteile:
- Extrem hohe Margen
- Wenig Konkurrenz
- Leidenschaft trifft Business
- Langfristige Kundenbeziehungen
Nachteile:
- Kleiner Markt
- Langsamer Umschlag
- Du musst Experte sein
- Hohe Kapitalbindung
Wann passt das?
✅ Du bist selbst Enthusiast (Oldtimer, Sportwagen, etc.)
✅ Du hast Zugang zu Nischen-Fahrzeugen
✅ Du hast ein Netzwerk in der Szene
✅ Du kannst lange Standzeiten finanziell tragen
❌ Du willst schnelles Volumen
❌ Du bist kein Spezialist
❌ Du brauchst schnellen Cashflow
So findest du die richtige Strategie für dich
Schritt 1: Analysiere deine Situation
Beantworte diese Fragen ehrlich:
| Frage | Deine Antwort |
|---|---|
| Wie viele Autos verkaufst du pro Monat? | _________ |
| Wie hoch sind deine Fixkosten? | CHF _________ |
| Welche durchschnittliche Marge brauchst du pro Auto? | CHF _________ |
| Wie lange kannst du Kapitalbindung tragen? | _________ Tage |
| Welche Marken/Segmente verkaufst du? | _________ |
| Was ist dein einzigartiger Vorteil (USP)? | _________ |
Schritt 2: Wähle deine Strategie
Basierend auf deinen Antworten:
Wenn du...
- Hohes Volumen brauchst → Discount-Strategie
- Keine klare Richtung hast → Marktpreis-Strategie (erstmal)
- Echte USPs hast (Garantie, Service) → Premium-Strategie
- Technologisch fit bist → Dynamische Strategie
- Spezialist bist → Nischen-Strategie
Praxis: Preiskalkulation Schritt für Schritt
Theorie ist schön. Aber: Wie kalkulierst du konkret?
Beispiel: VW Golf 8, 2022, 30'000 km
Schritt 1: Einkaufspreis
CHF 24'000 (z.B. von Carauktion.ch)
Schritt 2: Zusatzkosten
| Position | Kosten |
|---|---|
| Transport | CHF 150 |
| MFK-Vorbereitung | CHF 200 |
| Aufbereitung (innen/aussen) | CHF 400 |
| Kleine Reparaturen (Kratzer, etc.) | CHF 300 |
| MFK-Gebühr | CHF 80 |
| Inserat (AutoScout24, etc.) | CHF 50/Monat |
| **Total Zusatzkosten** | **CHF 1'180** |
Total Einkauf: CHF 25'180
Schritt 3: Gewünschte Marge
Das hängt von deiner Strategie ab:
- Discount: CHF 1'200 → Verkaufspreis CHF 26'380
- Marktpreis: CHF 2'000 → Verkaufspreis CHF 27'180
- Premium: CHF 3'500 → Verkaufspreis CHF 28'680
Schritt 4: Marktcheck
Geh auf AutoScout24 und such vergleichbare Fahrzeuge:
- VW Golf 8, 2022, 25-35k km, Zürich-Region
Ergebnis:
- Günstigster: CHF 26'500
- Durchschnitt: CHF 28'200
- Teuerster: CHF 31'500
Schritt 5: Entscheidung
Discount-Strategie:
→ CHF 26'380 passt (knapp unter günstigstem)
Marktpreis-Strategie:
→ CHF 27'180 ist unter Durchschnitt, aber okay
→ Besser: CHF 27'900 (näher am Markt)
Premium-Strategie:
→ CHF 28'680 ist leicht über Durchschnitt
→ Du musst liefern: 2 Jahre Garantie, perfekte Aufbereitung, Service-Paket
Schritt 6: Verhandlungsspielraum
Rechne 5-10% ein:
- Inseratspreis: CHF 29'500
- Verhandlungslimit: CHF 27'500
- Tatsächlich verkauft: CHF 28'200
Resultat: Marge CHF 3'020 (28'200 - 25'180)
Die 7 grössten Fehler in der Preispolitik
Fehler 1: Keine Strategie
Problem: Du preist nach Bauchgefühl, mal hoch, mal tief.
Lösung: Wähle eine Strategie und bleib dabei. Konsistenz schafft Reputation.
Fehler 2: Zu billig anfangen
Problem: Du denkst, "günstig = schneller Verkauf". Stimmt nur bedingt.
Realität: Ein Auto, das CHF 3'000 unter Markt ist, verkauft sich vielleicht 5 Tage schneller. Aber: Du verlierst CHF 3'000 Marge.
Lösung: Start 10% über Markt. Senke nach 30-40 Tagen, wenn nötig.
Fehler 3: Emotionale Preissenkungen
Problem: Auto steht 3 Wochen → Panik → Preis runter um CHF 2'000.
Lösung: Definiere im Voraus: "Nach 30 Tagen senke ich um CHF 500. Nach 60 Tagen nochmals CHF 800."
Fehler 4: Vergleich mit falschen Fahrzeugen
Problem: Du vergleichst deinen Golf 8 mit einem, der 50'000 km mehr hat.
Lösung: Vergleich nur mit wirklich ähnlichen Fahrzeugen (±5'000 km, gleiche Ausstattung, gleiche Region).
Fehler 5: Keine Differenzierung
Problem: Du bist gleich teuer wie 10 andere, aber bietest nichts Besonderes.
Lösung: Entweder günstiger ODER Mehrwert (Garantie, Aufbereitung, Service).
Fehler 6: Standzeit ignorieren
Problem: Du berechnest Marge, aber nicht die Kosten der Standzeit.
Realität:
- Auto mit CHF 3'000 Marge, verkauft nach 25 Tagen = CHF 3'000 Gewinn
- Auto mit CHF 4'000 Marge, verkauft nach 90 Tagen = CHF 4'000 Gewinn... ABER: 65 Tage mehr Kapitalbindung, Inserate-Kosten, Opportunitätskosten.
Lösung: Berechne "Marge pro Tag Standzeit":
- Auto A: CHF 3'000 / 25 Tage = CHF 120/Tag
- Auto B: CHF 4'000 / 90 Tage = CHF 44/Tag
Auto A ist besser.
Fehler 7: Verhandlung nicht einplanen
Problem: Du kalkulierst mit CHF 2'000 Marge, aber gibst bei der Verhandlung CHF 1'500 Rabatt.
Lösung: Plane Verhandlung ein. Inseratspreis = gewünschter Verkaufspreis + 10%.
Dynamische Preisanpassung: Der moderne Ansatz
Die erfolgreichsten Händler arbeiten heute mit dynamischer Preisanpassung. Das heisst: Der Preis ändert sich automatisch basierend auf Daten.
So funktioniert's:
Tag 1-30: Preis = Marktwert + 15%
→ Ziel: Maximale Marge für schnelle Käufer
Tag 31-60: Preis = Marktwert + 5%
→ Ziel: Attraktiver werden, aber noch Marge
Tag 61-90: Preis = Marktwert -5%
→ Ziel: Verkaufen, bevor's zum Langsteher wird
Tag 90+: Preis = Marktwert -15%
→ Ziel: Loswerden um jeden Preis
Vorteile:
- Automatisiert (keine emotionalen Entscheidungen)
- Datenbasiert (nicht nach Bauchgefühl)
- Optimiert Marge UND Umschlag
- Du holst bei schnellen Verkäufen maximale Marge
So setzt du das um:
Option 1: Manuell (Excel)
Pflege eine Liste:
| Fahrzeug | Einkauf | Start-Preis | Tag 1 | Tag 30 | Tag 60 | Tag 90 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Golf 8 | 25'180 | 29'500 | 01.03. | 29'500 | 28'200 | 26'900 |
Option 2: Software (z.B. DealerOS)
Automatisierte Preisanpassung basierend auf:
- Standzeit
- Marktpreis-Entwicklung
- Saisonale Faktoren
- Konkurrenz-Preise
Preispolitik und Verhandlung
Deine Preispolitik beeinflusst, wie du verhandelst.
Discount-Strategie:
Kunden-Frage: "Was geht noch am Preis?"
Deine Antwort: "Wir sind schon der günstigste Anbieter. Vergleichen Sie gern."
Verhandlungsspielraum: Minimal (0-3%)
Marktpreis-Strategie:
Kunden-Frage: "Bei der Konkurrenz ist's CHF 1'000 günstiger."
Deine Antwort: "Schauen Sie sich das Auto an – ist es wirklich vergleichbar? Kilometerstand? Ausstattung? Garantie?"
Verhandlungsspielraum: Moderat (5-10%)
Premium-Strategie:
Kunden-Frage: "Warum so teuer?"
Deine Antwort: "Weil Sie bei uns 2 Jahre Garantie, perfekte Aufbereitung und lebenslangen Service bekommen. Das ist der Unterschied."
Verhandlungsspielraum: Gering (0-5%) – dein Wert rechtfertigt den Preis
Saisonale Preispolitik
Manche Fahrzeuge haben saisonale Nachfrage. Das musst du in der Preispolitik berücksichtigen.
Beispiele:
| Fahrzeugtyp | Hochsaison | Strategie |
|---|---|---|
| Cabrio | März-Mai | Preis +15% (Nachfrage hoch) |
| 4x4 / SUV | Oktober-Januar | Preis +10% (Winter) |
| Sportwagen | April-Juli | Preis +10% (Sommer) |
| Standardfahrzeuge | Ganzjährig | Keine saisonale Anpassung |
Fehler: Ein Cabrio im November zu Hochsaison-Preisen inserieren.
Richtig: Cabrios im Herbst günstiger einkaufen, über Winter lagern, im März teuer verkaufen.
Checkliste: Deine Preispolitik definieren
Strategie festlegen:
- ☐ Welche der 5 Strategien passt zu mir?
- ☐ Welche durchschnittliche Marge will ich pro Auto?
- ☐ Wie wichtig ist schneller Umschlag vs. hohe Marge?
Kalkulation standardisieren:
- ☐ Excel-Sheet mit Standard-Kalkulation erstellen
- ☐ Einkaufskosten + Zusatzkosten erfassen
- ☐ Gewünschte Marge definieren
- ☐ Markt checken (AutoScout24, etc.)
- ☐ Verhandlungsspielraum einplanen
Preisanpassung:
- ☐ Nach wie vielen Tagen passe ich Preise an?
- ☐ Um wie viel senke ich (in %, in CHF)?
- ☐ Was ist mein Schmerzlimit (Mindestpreis)?
Verhandlung:
- ☐ Wie viel Spielraum gebe ich maximal?
- ☐ Welche Alternativen biete ich an? (Gratis-Winterreifen, etc.)
- ☐ Wann sage ich "Nein" zum Kunden?
Fazit: Preispolitik ist Strategie, nicht Bauchgefühl
Zurück zum Anfang: Garage A und Garage B.
Garage A hatte Glück. Das Auto verkaufte sich trotz niedrigem Preis – aber die Marge war mager.
Garage B hatte eine Strategie. Sie wusste:
- Wir sind Premium-positioniert
- Wir bieten Garantie und Top-Service
- Wir können 10% über Markt verlangen
- Wenn's nach 45 Tagen nicht verkauft ist, senken wir
Resultat: CHF 2'400 mehr Marge. Pro Auto.
Die Wahrheit über Preispolitik:
- Es gibt nicht die "eine richtige" Strategie – aber du musst eine wählen.
- Günstig ≠ schneller Verkauf – oft verlierst du nur Marge.
- Konsistenz schlägt Improvisation – Kunden merken, ob du eine klare Linie hast.
- Wert rechtfertigt Preis – wenn du mehr verlangst, musst du mehr bieten.
- Datenbasiert > Bauchgefühl – Standzeit, Marge pro Tag, Marktvergleich.
Deine nächsten Schritte:
- Wähle eine der 5 Strategien
- Definiere deine Ziel-Marge pro Fahrzeugsegment
- Erstelle eine Standard-Kalkulation (Excel oder DealerOS)
- Plane Preisanpassungen nach 30/60/90 Tagen
- Miss deine Ergebnisse (Marge, Standzeit, Umschlag)
Die Preispolitik ist keine Wissenschaft. Aber sie ist auch kein Bauchgefühl.
Sie ist strategisches Handwerk.
Und wenn du sie beherrschst, verdienst du mehr. Punkt.