Warum Fotos über Verkauf oder Misserfolg entscheiden
Im Online-Zeitalter ist das Foto der erste Eindruck. Bevor ein Kunde Ihr Fahrzeug besichtigt, sieht er Ihre Bilder. Schlechte Fotos = weniger Anfragen. So einfach ist das.
Studien zeigen: Inserate mit professionellen Fotos erhalten bis zu 3x mehr Anfragen. Das ist keine Magie – das ist Handwerk, das Sie lernen können.
Die Vorbereitung
Fahrzeug aufbereiten
Aussenreinigung:
- Gründliche Wäsche inkl. Felgen
- Politur bei mattem Lack
- Reifen schwärzen
- Scheiben streifenfrei reinigen
Innenreinigung:
- Staubsaugen (inkl. Kofferraum)
- Kunststoffteile pflegen
- Scheiben innen reinigen
- Unangenehme Gerüche entfernen
Kleine Details, grosse Wirkung:
- Aufkleber entfernen
- Kratzer ausbessern (Lackstift)
- Steinschläge reparieren
- Nummernschilder reinigen
Der richtige Zeitpunkt
Beste Zeit: Bewölkter Tag oder "Goldene Stunde" (kurz nach Sonnenaufgang oder vor Sonnenuntergang)
Warum?
- Weiches, gleichmässiges Licht
- Keine harten Schatten
- Keine Spiegelungen
- Farben wirken natürlicher
Vermeiden:
- Direkte Mittagssonne
- Regen (Wassertropfen stören)
- Zu dunkle Bedingungen
Der richtige Ort
Ideal:
- Sauberer, aufgeräumter Hintergrund
- Genügend Platz um das Fahrzeug
- Keine störenden Elemente (Mülltonnen, andere Autos)
Optionen:
- Ihr aufgeräumter Platz/Showroom
- Parkplatz mit neutralem Hintergrund
- Oder: Hintergrund später digital entfernen
Die Ausrüstung
Was Sie brauchen
Minimum:
- Smartphone mit guter Kamera (ab 2020)
- Mikrofasertuch (für Last-Minute-Reinigung)
Besser:
- Digitale Spiegelreflexkamera oder spiegellose Kamera
- Weitwinkel-Objektiv (24-35mm)
- Stativ für gleichbleibende Perspektiven
Smartphone-Tipps
- Linse vor jedem Shooting reinigen
- HDR-Modus für gleichmässige Belichtung
- Raster einschalten (für gerade Linien)
- Nicht zoomen – lieber näher ran
Die wichtigsten Aufnahmen
Standard-Perspektiven (Pflicht)
1. Front schräg (3/4 Ansicht)
- DAS Hero-Bild für jedes Inserat
- Zeigt Form und Charakter
- Leicht erhöhte Position
2. Heck schräg (3/4 Ansicht)
- Gegenstück zur Front
- Andere Seite als Frontbild
3. Seite (beide Seiten)
- Proportionen erkennen
- Eventuelle Schäden dokumentieren
4. Front gerade
- Kühlergrill und Scheinwerfer
5. Heck gerade
- Rückleuchten, Auspuff, Kennzeichen
Innenraum (Pflicht)
6. Cockpit-Übersicht
- Von der Beifahrerseite fotografieren
- Armaturenbrett, Lenkrad, Mittelkonsole
7. Vordersitze
- Zustand der Polster zeigen
8. Rücksitze
- Platzverhältnisse erkennbar
9. Kofferraum
- Leer und sauber
Details (empfohlen)
10. Tacho/Display
- Kilometerstand zeigen
- Infotainment-System
11. Ausstattungsdetails
- Leder, Navigation, Sitzheizung
- Besondere Features
12. Motor
- Sauber und gepflegt
- Bei Sportwagen wichtiger
13. Räder/Felgen
- Felgen-Design zeigen
- Reifenzustand erkennbar
Mängel dokumentieren
Ja, Sie sollten auch Mängel fotografieren:
- Schafft Vertrauen
- Vermeidet Überraschungen bei der Besichtigung
- Spart Zeit bei Interessenten, die damit nicht leben können
Technische Tipps
Perspektive
Augenhöhe des Fahrzeugs:
- Für Standardaufnahmen: Kamera etwa auf halber Fahrzeughöhe
- Für Hero-Shots: Leicht erhöht (Stativ oder Leiter)
Abstand:
- Weit genug weg für das ganze Fahrzeug
- Nicht zu weit – das Fahrzeug soll das Bild dominieren
Bildkomposition
Drittel-Regel:
- Fahrzeug nicht immer mittig
- Dynamischere Wirkung
Fluchtlinien nutzen:
- Parallelität zur Karosserie
- Keine schiefen Horizonte
Nachbearbeitung
Sinnvoll:
- Helligkeit/Kontrast anpassen
- Horizont gerade richten
- Hintergrund unscharf machen (optional)
Nicht übertreiben:
- Keine Filter, die Farben verfälschen
- Keine Retusche von Mängeln
- Realistische Darstellung
Hintergrund entfernen
Moderne Tools ermöglichen automatische Hintergrundentfernung:
- remove.bg (online)
- Adobe Express
- Canva Pro
Ergebnis: Professioneller Look, einheitliche Darstellung
Die häufigsten Fehler
1. Schlechtes Licht
Zu dunkel, zu hell, harte Schatten – das Auge verzeiht das nicht.
2. Unaufgeräumter Hintergrund
Ein Putzlappen im Bild? Eine Mülltonne? Sofort weniger professionell.
3. Schmutziges Fahrzeug
Nichts sagt "Ladenhüter" wie Staub auf der Motorhaube.
4. Zu wenige Bilder
Kunden wollen Details sehen. Minimum 15 Bilder, besser 20-30.
5. Spiegelungen
Sie selbst im Lack? Lösungen: Position ändern, bewölkten Tag wählen, Polfilter verwenden.
6. Fehlendes Hero-Bild
Das erste Bild entscheidet, ob geklickt wird. Es muss perfekt sein.
Workflow etablieren
Standard-Routine pro Fahrzeug
- Fahrzeug aufbereiten (30-60 Min.)
- Auf den Foto-Platz fahren
- Standard-Perspektiven abarbeiten (15-20 Min.)
- Bilder übertragen und sichten
- Nachbearbeitung wenn nötig (10 Min.)
- Hochladen
Konsistenz
- Gleicher Prozess für jedes Fahrzeug
- Gleicher Hintergrund (oder Hintergrundentfernung)
- Gleiche Bildanzahl und Perspektiven
- Einheitlicher Look in allen Inseraten
Fazit: Investition, die sich auszahlt
Gute Fotos sind kein Zufall und keine Kunst – sie sind Handwerk. Mit der richtigen Vorbereitung, Ausrüstung und Technik können Sie Ihre Fahrzeuge professionell in Szene setzen. Die Investition in Zeit (und eventuell einen Fotokurs oder bessere Ausrüstung) macht sich durch mehr Anfragen und schnellere Verkäufe bezahlt.
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