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💰Finanzen

Preispolitik im Autohandel: Wie du die richtige Strategie findest

Ein Händler verkauft Autos unter Marktwert und wundert sich über dünne Margen. Ein anderer preist zu hoch und sitzt auf Langstehern. Die Preispolitik entscheidet über Erfolg oder Misserfolg – aber niemand redet darüber. Hier ist, wie du deine Preise strategisch richtig setzt.

Dealer OS Team
23. März 202616 Min. Lesezeit

Zwei Garagen in Zürich. Beide verkaufen VW Golf 8. Beide Jahrgang 2022, beide ca. 30'000 km.

Garage A: CHF 26'500

Garage B: CHF 29'900

Beide Autos stehen seit 3 Wochen auf AutoScout24.

Resultat nach 6 Wochen:

  • Garage A: Auto verkauft. Marge: CHF 1'200. Standzeit: 42 Tage.
  • Garage B: Auto verkauft. Marge: CHF 3'600. Standzeit: 48 Tage.

Was war der Unterschied?

Garage A hat nach Bauchgefühl gepreist. Garage B hatte eine Strategie.

Garage A dachte: "Ich muss günstig sein, damit's schnell geht."

Garage B dachte: "Ich positioniere mich 10% über Markt, weil mein Auto besser aufbereitet ist, ich Garantie gebe und meine Kunden das schätzen."

Resultat: CHF 2'400 Unterschied in der Marge. Pro Auto.

Bei 100 Autos im Jahr? Das sind CHF 240'000.

Die Preispolitik – also die grundsätzliche Strategie, wie du deine Preise festlegst – ist einer der wichtigsten Hebel im Autohandel. Und einer der am meisten unterschätzten.

In diesem Artikel zeige ich dir:

  • Welche Preisstrategien es gibt (und welche für dich passt)
  • Wie du Preise kalkulierst, die Marge und Umschlag optimieren
  • Warum "günstig = schneller Verkauf" ein Mythos ist
  • Wie du deine Preispolitik systematisch aufbaust

Lass uns anfangen.


Das Problem: Die meisten Händler haben keine Preispolitik

Was ist Preispolitik überhaupt?

Preispolitik ist nicht "Was kostet dieser Golf?". Das ist Preissetzung.

Preispolitik ist deine grundsätzliche Strategie:

  • Positionierst du dich über, unter oder im Markt?
  • Wie viel Marge willst du pro Fahrzeug?
  • Wie flexibel bist du bei Verhandlungen?
  • Welche Signale sendest du mit deinen Preisen?

Die meisten Händler haben keine bewusste Preispolitik. Sie preisen "nach Gefühl":

  • Eurotax minus 10%
  • "Was der Wettbewerb nimmt"
  • "Was ich noch kriegen kann"
  • "Was der Kunde zahlt"

Das Problem: Du reagierst immer, statt zu agieren. Du folgst dem Markt, statt ihn zu gestalten.

Die Folgen:

  • Du verkaufst unter Wert (Marge leidet)
  • Du preist zu hoch (Standzeit steigt)
  • Du hast keine klare Positionierung
  • Kunden verhandeln dich runter
  • Du bist austauschbar (Preis = einziger Faktor)

Die Lösung: Eine bewusste, strategische Preispolitik.


Die 5 Preisstrategien im Autohandel

Es gibt nicht die "eine richtige" Preispolitik. Aber: Es gibt 5 grundlegende Strategien. Du musst wählen, welche zu dir passt.

Strategie 1: Discount-Strategie (Preis-Aggressiv)

Prinzip: Du bist immer günstiger als der Markt.

Positionierung: 5-15% unter Marktwert

Marge: Niedrig (CHF 800 - CHF 1'500 pro Auto)

Umschlag: Sehr hoch (15-25 Tage Standzeit)

Zielgruppe: Preisbewusste Käufer, Schnäppchenjäger

Beispiel: AMAG Occasion, grosse Volumen-Händler

Vorteile:

  • Schneller Verkauf
  • Wenig Verhandlung (Preis ist schon tief)
  • Hoher Umschlag = weniger Kapitalbindung
  • Attraktiv für Kunden

Nachteile:

  • Dünne Margen
  • Du brauchst hohes Volumen
  • Preiskampf mit Konkurrenz
  • Schwer, zusätzliche Services zu verkaufen (Garantie, etc.)

Wann passt das?

✅ Du hast Zugang zu günstigen Einkaufsquellen (Auktionen, Rückläufer)

✅ Du kannst hohe Stückzahlen verkaufen (50+ Autos/Monat)

✅ Deine Kosten sind niedrig (wenig Personal, einfacher Standort)

❌ Du bist ein kleiner Händler mit 5-10 Autos

❌ Du willst Premium-Image aufbauen

❌ Du hast teure Fixkosten (Showroom, etc.)


Strategie 2: Marktpreis-Strategie (Mittelfeld)

Prinzip: Du bewegst dich im Marktdurchschnitt.

Positionierung: ±5% um Marktwert

Marge: Mittel (CHF 1'500 - CHF 2'500 pro Auto)

Umschlag: Normal (25-40 Tage)

Zielgruppe: Durchschnittskäufer, "faire Preise"-Sucher

Beispiel: Die meisten unabhängigen Händler

Vorteile:

  • Keine extremen Risiken
  • Du bist weder zu teuer noch zu billig
  • Verhandlungsspielraum vorhanden
  • Solide Margen bei normalem Umschlag

Nachteile:

  • Du bist austauschbar
  • Viel Konkurrenz im Mittelfeld
  • Keine klare Differenzierung
  • Kunden vergleichen intensiv

Wann passt das?

✅ Du startest gerade und suchst deine Positionierung

✅ Du hast ein gemischtes Sortiment (Budget bis Premium)

✅ Du willst keine Extreme fahren

✅ Deine Kosten sind durchschnittlich

❌ Du willst dich klar differenzieren

❌ Du hast einzigartige USPs (Garantie, Service, etc.)

❌ Du verkaufst Nischenfahrzeuge


Strategie 3: Premium-Strategie (Wert-Orientiert)

Prinzip: Du bist teurer, aber bietest mehr Wert.

Positionierung: 10-20% über Marktwert

Marge: Hoch (CHF 2'500 - CHF 5'000 pro Auto)

Umschlag: Langsamer (40-60 Tage)

Zielgruppe: Qualitätskäufer, "lieber richtig als billig"-Typen

Beispiel: Emil Frey Prestige, Premium-Boutique-Händler

Vorteile:

  • Hohe Margen
  • Weniger Preisverhandlung (Wert steht im Vordergrund)
  • Langfristige Kundenbeziehungen
  • Du kannst zusätzliche Services verkaufen

Nachteile:

  • Du brauchst einen klaren USP (Garantie, Aufbereitung, Service)
  • Langsamer Umschlag = mehr Kapitalbindung
  • Kleinere Zielgruppe
  • Du musst liefern (Qualität, Service)

Wann passt das?

✅ Du hast echte USPs (z.B. 2 Jahre Garantie, Premium-Aufbereitung)

✅ Du verkaufst Premium-Marken (BMW, Mercedes, Audi)

✅ Du hast einen tollen Showroom und Service

✅ Deine Zielgruppe schätzt Qualität über Preis

❌ Du verkaufst Budget-Autos (Dacia, Skoda, etc.)

❌ Du hast keinen echten Mehrwert zu bieten

❌ Dein Markt ist extrem preissensitiv


Strategie 4: Dynamische Strategie (Zeit-Basiert)

Prinzip: Dein Preis ändert sich mit der Standzeit.

Positionierung: Start 15% über Markt → nach 30 Tagen Marktpreis → nach 60 Tagen -10%

Marge: Variable (CHF 1'000 - CHF 4'000)

Umschlag: Mixed (je nach Segment)

Zielgruppe: Alle

Beispiel: Moderne Online-Händler mit Software-Tools

Vorteile:

  • Du holst maximale Marge bei schnellen Verkäufen
  • Du vermeidest Langsteher (Preis fällt automatisch)
  • Datenbasiert, nicht emotional
  • Optimiert Marge UND Umschlag

Nachteile:

  • Du brauchst Software (DealerOS, etc.)
  • Komplexer zu managen
  • Kann verwirrend für Kunden sein ("Letzte Woche war's teurer?")

Wann passt das?

✅ Du bist technologisch aufgestellt

✅ Du hast einen grossen Bestand (20+ Autos)

✅ Du verkaufst über Online-Plattformen (AutoScout24, etc.)

✅ Du willst Marge UND Umschlag optimieren

❌ Du bist ein kleiner Händler mit 3-5 Autos

❌ Du hast keine Software

❌ Deine Kunden kaufen hauptsächlich vor Ort (Walk-ins)


Strategie 5: Nischen-Strategie (Spezialisierung)

Prinzip: Du verkaufst spezielle Fahrzeuge und kannst deswegen Premium-Preise nehmen.

Positionierung: 20-50% über Marktwert (weil: Nische)

Marge: Sehr hoch (CHF 5'000 - CHF 15'000 pro Auto)

Umschlag: Langsam (60-120 Tage)

Zielgruppe: Enthusiasten, Sammler, Spezialisten

Beispiel: Oldtimer-Händler, Sportwagen-Boutiquen, US-Car-Importe

Vorteile:

  • Extrem hohe Margen
  • Wenig Konkurrenz
  • Leidenschaft trifft Business
  • Langfristige Kundenbeziehungen

Nachteile:

  • Kleiner Markt
  • Langsamer Umschlag
  • Du musst Experte sein
  • Hohe Kapitalbindung

Wann passt das?

✅ Du bist selbst Enthusiast (Oldtimer, Sportwagen, etc.)

✅ Du hast Zugang zu Nischen-Fahrzeugen

✅ Du hast ein Netzwerk in der Szene

✅ Du kannst lange Standzeiten finanziell tragen

❌ Du willst schnelles Volumen

❌ Du bist kein Spezialist

❌ Du brauchst schnellen Cashflow


So findest du die richtige Strategie für dich

Schritt 1: Analysiere deine Situation

Beantworte diese Fragen ehrlich:

FrageDeine Antwort
Wie viele Autos verkaufst du pro Monat?_________
Wie hoch sind deine Fixkosten?CHF _________
Welche durchschnittliche Marge brauchst du pro Auto?CHF _________
Wie lange kannst du Kapitalbindung tragen?_________ Tage
Welche Marken/Segmente verkaufst du?_________
Was ist dein einzigartiger Vorteil (USP)?_________

Schritt 2: Wähle deine Strategie

Basierend auf deinen Antworten:

Wenn du...

  • Hohes Volumen brauchst → Discount-Strategie
  • Keine klare Richtung hast → Marktpreis-Strategie (erstmal)
  • Echte USPs hast (Garantie, Service) → Premium-Strategie
  • Technologisch fit bist → Dynamische Strategie
  • Spezialist bist → Nischen-Strategie

Praxis: Preiskalkulation Schritt für Schritt

Theorie ist schön. Aber: Wie kalkulierst du konkret?

Beispiel: VW Golf 8, 2022, 30'000 km

Schritt 1: Einkaufspreis

CHF 24'000 (z.B. von Carauktion.ch)

Schritt 2: Zusatzkosten

PositionKosten
TransportCHF 150
MFK-VorbereitungCHF 200
Aufbereitung (innen/aussen)CHF 400
Kleine Reparaturen (Kratzer, etc.)CHF 300
MFK-GebührCHF 80
Inserat (AutoScout24, etc.)CHF 50/Monat
**Total Zusatzkosten****CHF 1'180**

Total Einkauf: CHF 25'180

Schritt 3: Gewünschte Marge

Das hängt von deiner Strategie ab:

  • Discount: CHF 1'200 → Verkaufspreis CHF 26'380
  • Marktpreis: CHF 2'000 → Verkaufspreis CHF 27'180
  • Premium: CHF 3'500 → Verkaufspreis CHF 28'680

Schritt 4: Marktcheck

Geh auf AutoScout24 und such vergleichbare Fahrzeuge:

  • VW Golf 8, 2022, 25-35k km, Zürich-Region

Ergebnis:

  • Günstigster: CHF 26'500
  • Durchschnitt: CHF 28'200
  • Teuerster: CHF 31'500

Schritt 5: Entscheidung

Discount-Strategie:

→ CHF 26'380 passt (knapp unter günstigstem)

Marktpreis-Strategie:

→ CHF 27'180 ist unter Durchschnitt, aber okay

→ Besser: CHF 27'900 (näher am Markt)

Premium-Strategie:

→ CHF 28'680 ist leicht über Durchschnitt

→ Du musst liefern: 2 Jahre Garantie, perfekte Aufbereitung, Service-Paket

Schritt 6: Verhandlungsspielraum

Rechne 5-10% ein:

  • Inseratspreis: CHF 29'500
  • Verhandlungslimit: CHF 27'500
  • Tatsächlich verkauft: CHF 28'200

Resultat: Marge CHF 3'020 (28'200 - 25'180)


Die 7 grössten Fehler in der Preispolitik

Fehler 1: Keine Strategie

Problem: Du preist nach Bauchgefühl, mal hoch, mal tief.

Lösung: Wähle eine Strategie und bleib dabei. Konsistenz schafft Reputation.

Fehler 2: Zu billig anfangen

Problem: Du denkst, "günstig = schneller Verkauf". Stimmt nur bedingt.

Realität: Ein Auto, das CHF 3'000 unter Markt ist, verkauft sich vielleicht 5 Tage schneller. Aber: Du verlierst CHF 3'000 Marge.

Lösung: Start 10% über Markt. Senke nach 30-40 Tagen, wenn nötig.

Fehler 3: Emotionale Preissenkungen

Problem: Auto steht 3 Wochen → Panik → Preis runter um CHF 2'000.

Lösung: Definiere im Voraus: "Nach 30 Tagen senke ich um CHF 500. Nach 60 Tagen nochmals CHF 800."

Fehler 4: Vergleich mit falschen Fahrzeugen

Problem: Du vergleichst deinen Golf 8 mit einem, der 50'000 km mehr hat.

Lösung: Vergleich nur mit wirklich ähnlichen Fahrzeugen (±5'000 km, gleiche Ausstattung, gleiche Region).

Fehler 5: Keine Differenzierung

Problem: Du bist gleich teuer wie 10 andere, aber bietest nichts Besonderes.

Lösung: Entweder günstiger ODER Mehrwert (Garantie, Aufbereitung, Service).

Fehler 6: Standzeit ignorieren

Problem: Du berechnest Marge, aber nicht die Kosten der Standzeit.

Realität:

  • Auto mit CHF 3'000 Marge, verkauft nach 25 Tagen = CHF 3'000 Gewinn
  • Auto mit CHF 4'000 Marge, verkauft nach 90 Tagen = CHF 4'000 Gewinn... ABER: 65 Tage mehr Kapitalbindung, Inserate-Kosten, Opportunitätskosten.

Lösung: Berechne "Marge pro Tag Standzeit":

  • Auto A: CHF 3'000 / 25 Tage = CHF 120/Tag
  • Auto B: CHF 4'000 / 90 Tage = CHF 44/Tag

Auto A ist besser.

Fehler 7: Verhandlung nicht einplanen

Problem: Du kalkulierst mit CHF 2'000 Marge, aber gibst bei der Verhandlung CHF 1'500 Rabatt.

Lösung: Plane Verhandlung ein. Inseratspreis = gewünschter Verkaufspreis + 10%.


Dynamische Preisanpassung: Der moderne Ansatz

Die erfolgreichsten Händler arbeiten heute mit dynamischer Preisanpassung. Das heisst: Der Preis ändert sich automatisch basierend auf Daten.

So funktioniert's:

Tag 1-30: Preis = Marktwert + 15%

→ Ziel: Maximale Marge für schnelle Käufer

Tag 31-60: Preis = Marktwert + 5%

→ Ziel: Attraktiver werden, aber noch Marge

Tag 61-90: Preis = Marktwert -5%

→ Ziel: Verkaufen, bevor's zum Langsteher wird

Tag 90+: Preis = Marktwert -15%

→ Ziel: Loswerden um jeden Preis

Vorteile:

  • Automatisiert (keine emotionalen Entscheidungen)
  • Datenbasiert (nicht nach Bauchgefühl)
  • Optimiert Marge UND Umschlag
  • Du holst bei schnellen Verkäufen maximale Marge

So setzt du das um:

Option 1: Manuell (Excel)

Pflege eine Liste:

FahrzeugEinkaufStart-PreisTag 1Tag 30Tag 60Tag 90
Golf 825'18029'50001.03.29'50028'20026'900

Option 2: Software (z.B. DealerOS)

Automatisierte Preisanpassung basierend auf:

  • Standzeit
  • Marktpreis-Entwicklung
  • Saisonale Faktoren
  • Konkurrenz-Preise

Preispolitik und Verhandlung

Deine Preispolitik beeinflusst, wie du verhandelst.

Discount-Strategie:

Kunden-Frage: "Was geht noch am Preis?"

Deine Antwort: "Wir sind schon der günstigste Anbieter. Vergleichen Sie gern."

Verhandlungsspielraum: Minimal (0-3%)

Marktpreis-Strategie:

Kunden-Frage: "Bei der Konkurrenz ist's CHF 1'000 günstiger."

Deine Antwort: "Schauen Sie sich das Auto an – ist es wirklich vergleichbar? Kilometerstand? Ausstattung? Garantie?"

Verhandlungsspielraum: Moderat (5-10%)

Premium-Strategie:

Kunden-Frage: "Warum so teuer?"

Deine Antwort: "Weil Sie bei uns 2 Jahre Garantie, perfekte Aufbereitung und lebenslangen Service bekommen. Das ist der Unterschied."

Verhandlungsspielraum: Gering (0-5%) – dein Wert rechtfertigt den Preis


Saisonale Preispolitik

Manche Fahrzeuge haben saisonale Nachfrage. Das musst du in der Preispolitik berücksichtigen.

Beispiele:

FahrzeugtypHochsaisonStrategie
CabrioMärz-MaiPreis +15% (Nachfrage hoch)
4x4 / SUVOktober-JanuarPreis +10% (Winter)
SportwagenApril-JuliPreis +10% (Sommer)
StandardfahrzeugeGanzjährigKeine saisonale Anpassung

Fehler: Ein Cabrio im November zu Hochsaison-Preisen inserieren.

Richtig: Cabrios im Herbst günstiger einkaufen, über Winter lagern, im März teuer verkaufen.


Checkliste: Deine Preispolitik definieren

Strategie festlegen:

  • ☐ Welche der 5 Strategien passt zu mir?
  • ☐ Welche durchschnittliche Marge will ich pro Auto?
  • ☐ Wie wichtig ist schneller Umschlag vs. hohe Marge?

Kalkulation standardisieren:

  • ☐ Excel-Sheet mit Standard-Kalkulation erstellen
  • ☐ Einkaufskosten + Zusatzkosten erfassen
  • ☐ Gewünschte Marge definieren
  • ☐ Markt checken (AutoScout24, etc.)
  • ☐ Verhandlungsspielraum einplanen

Preisanpassung:

  • ☐ Nach wie vielen Tagen passe ich Preise an?
  • ☐ Um wie viel senke ich (in %, in CHF)?
  • ☐ Was ist mein Schmerzlimit (Mindestpreis)?

Verhandlung:

  • ☐ Wie viel Spielraum gebe ich maximal?
  • ☐ Welche Alternativen biete ich an? (Gratis-Winterreifen, etc.)
  • ☐ Wann sage ich "Nein" zum Kunden?

Fazit: Preispolitik ist Strategie, nicht Bauchgefühl

Zurück zum Anfang: Garage A und Garage B.

Garage A hatte Glück. Das Auto verkaufte sich trotz niedrigem Preis – aber die Marge war mager.

Garage B hatte eine Strategie. Sie wusste:

  • Wir sind Premium-positioniert
  • Wir bieten Garantie und Top-Service
  • Wir können 10% über Markt verlangen
  • Wenn's nach 45 Tagen nicht verkauft ist, senken wir

Resultat: CHF 2'400 mehr Marge. Pro Auto.

Die Wahrheit über Preispolitik:

  1. Es gibt nicht die "eine richtige" Strategie – aber du musst eine wählen.
  2. Günstig ≠ schneller Verkauf – oft verlierst du nur Marge.
  3. Konsistenz schlägt Improvisation – Kunden merken, ob du eine klare Linie hast.
  4. Wert rechtfertigt Preis – wenn du mehr verlangst, musst du mehr bieten.
  5. Datenbasiert > Bauchgefühl – Standzeit, Marge pro Tag, Marktvergleich.

Deine nächsten Schritte:

  1. Wähle eine der 5 Strategien
  2. Definiere deine Ziel-Marge pro Fahrzeugsegment
  3. Erstelle eine Standard-Kalkulation (Excel oder DealerOS)
  4. Plane Preisanpassungen nach 30/60/90 Tagen
  5. Miss deine Ergebnisse (Marge, Standzeit, Umschlag)

Die Preispolitik ist keine Wissenschaft. Aber sie ist auch kein Bauchgefühl.

Sie ist strategisches Handwerk.

Und wenn du sie beherrschst, verdienst du mehr. Punkt.

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