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💰Verkauf & Vertrieb

Preisgestaltung für Occasionen: Der ultimative Guide

Der richtige Preis entscheidet über Verkauf oder Ladenhüter. Lernen Sie, wie Sie Ihre Occasionen optimal bepreisen.

Dealer OS Team
12. Februar 20269 Min. Lesezeit

Die Kunst der Preisgestaltung

Der Preis ist das mächtigste Werkzeug im Verkauf. Zu hoch, und das Fahrzeug steht ewig. Zu niedrig, und Sie verschenken Marge. Die Preisgestaltung ist eine Kunst – aber eine, die man lernen kann.

Die Basis: Kosten verstehen

Bevor Sie einen Verkaufspreis festlegen, müssen Sie Ihre Kosten kennen.

Direkte Kosten

  • Einkaufspreis: Was haben Sie für das Fahrzeug bezahlt?
  • Aufbereitung: Reinigung, Politur, Aufwertungen
  • Reparaturen: Notwendige Reparaturen vor dem Verkauf
  • MFK-Kosten: Falls eine Prüfung nötig war

Indirekte Kosten (pro Fahrzeug/Monat)

  • Versicherung: Händlerdeckung anteilig
  • Platzkosten: Miete/Abschreibung pro Stellplatz
  • Kapitalbindung: Zinsen auf gebundenes Kapital
  • Personalkosten: Anteilig für Verwaltung und Verkauf
  • Marketingkosten: Inserate, Fotos, Werbung

Beispielrechnung

PositionBetrag
EinkaufspreisCHF 15'000
AufbereitungCHF 500
Service/ReparaturenCHF 800
MFKCHF 150
**Direkte Kosten****CHF 16'450**
Standkosten (2 Monate)CHF 400
MarketingCHF 200
**Gesamtkosten****CHF 17'050**

Marktpreisanalyse: Was zahlt der Markt?

Vergleichsfahrzeuge finden

Suchen Sie auf AutoScout24 und anderen Plattformen nach vergleichbaren Fahrzeugen:

  • Gleiches Modell und Jahrgang
  • Ähnliche Kilometer
  • Vergleichbare Ausstattung
  • Ähnlicher Zustand

Preisschwankungen verstehen

Die Preise für identische Fahrzeuge können stark variieren:

  • Unten: Fahrzeuge mit Mängeln, unprofessionelle Verkäufer, Schnellverkauf
  • Mitte: Marktüblicher Preis, guter Zustand
  • Oben: Premium-Ausstattung, wenig Kilometer, Top-Präsentation

Positionierung wählen

  • Unter dem Markt: Schneller Verkauf, geringere Marge
  • Im Markt: Balance aus Geschwindigkeit und Marge
  • Über dem Markt: Nur mit Top-Fahrzeug und Geduld

Die Preisstrategien im Detail

Strategie 1: Festpreis

Vorteile:

  • Klare Kalkulation
  • Kein Feilschen
  • Professioneller Eindruck

Nachteile:

  • Weniger Flexibilität
  • Manche Kunden erwarten Verhandlung

Wann geeignet:

  • Premium-Fahrzeuge
  • Marktführende Preise
  • Kunden, die "Festpreis" zu schätzen wissen

Strategie 2: Verhandlungsspielraum einbauen

So funktioniert's:

  • Setzen Sie den Preis 5-10% über Ihrem Zielpreis
  • Kommunizieren Sie "Preis verhandelbar"
  • Definieren Sie intern Ihre Schmerzgrenze

Vorteile:

  • Kunden haben Erfolgserlebnis
  • Mehr Anfragen durch "verhandelbar"

Nachteile:

  • Kann unseriös wirken
  • Risiko zu grosser Zugeständnisse

Strategie 3: Dynamische Preisgestaltung

Das 30-60-90 Modell:

  • Tag 1-30: Voller Preis
  • Tag 31-60: Erste Reduktion (3-5%)
  • Tag 61-90: Weitere Reduktion (5%)
  • Tag 90+: Aggressive Preissenkung oder B2B-Verkauf

Vorteile:

  • Maximiert Marge bei schnellen Verkäufen
  • Verhindert ewige Standzeiten

Psychologische Preisgestaltung

Die Macht der 9

CHF 19'990 wirkt günstiger als CHF 20'000 – obwohl der Unterschied minimal ist. Diese psychologischen Preispunkte funktionieren auch im Autohandel.

Ankereffekt nutzen

Zeigen Sie zuerst ein teureres Fahrzeug. Das günstigere wirkt danach wie ein Schnäppchen.

Vergleichswerte liefern

"Dieses Fahrzeug kostet bei Mercedes-Benz als Jungwagen CHF 45'000. Bei uns nur CHF 32'000."

Einzelpreise vs. Pakete

Statt: "Winterräder: CHF 1'200 extra"

Besser: "Inklusive Winterräder im Wert von CHF 1'200"

Sonderfälle und ihre Preisgestaltung

Premium- und Luxusfahrzeuge

  • Weniger preissensitive Käufer
  • Zustand und Historie wichtiger als Preis
  • Vertrauen und Reputation entscheidend
  • Längere Standzeiten einkalkulieren

Volumenmodelle

  • Preis ist Hauptentscheidungskriterium
  • Enge Margen, schneller Umschlag
  • Wettbewerb ist gross

Nischenfahrzeuge

  • Kleine Käufergruppe, aber wenig Konkurrenz
  • Preis kann höher sein
  • Geduld nötig

Problemfälle

  • Hohe Kilometer, unbeliebte Farben, Vorschäden
  • Realistisch bepreisen
  • Alternative: B2B-Verkauf oder Export

Preis-Einwände souverän behandeln

"Das ist mir zu teuer"

"Ich verstehe. Darf ich fragen, mit welchen Fahrzeugen Sie vergleichen? Unser Fahrzeug hat [spezifischer Vorteil], was den Preis rechtfertigt."

"Im Internet ist das gleiche Fahrzeug günstiger"

"Zeigen Sie mir das Inserat gerne. Oft sind die Fahrzeuge nicht wirklich vergleichbar – Zustand, Ausstattung und Historie machen einen grossen Unterschied."

"Was können Sie am Preis noch machen?"

"Der Preis ist marktgerecht kalkuliert. Wenn es um die Gesamtkosten geht, kann ich Ihnen bei [Winterräder/Service/Garantie] entgegenkommen."

Tools und Hilfsmittel

Marktbeobachtung

  • AutoScout24 Preis-Statistiken
  • Eurotax/Schwacke-Bewertungen
  • Eigene Verkaufshistorie

Preiskalkulation

  • Tabellenkalkulation mit allen Kosten
  • Software mit automatischer Marktpreisanalyse
  • Regelmässige Preisüberprüfung im Bestand

Fazit: Der Preis ist mehr als eine Zahl

Die richtige Preisgestaltung ist eine Mischung aus Daten, Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Kennen Sie Ihre Kosten, beobachten Sie den Markt und seien Sie bereit, Ihre Strategie anzupassen. So maximieren Sie Ihre Margen ohne unnötig lange Standzeiten.


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